Mein Lebkuchenhaus und eine kleine Odyssee

Ein Lebkuchenhaus in der Adventszeit ist wohl der heimliche Wunsch jedes Hobbybäckers. Denn nicht nur Kinder bekommen große Augen, wenn sie ein lecker verziertes Häuschen erblicken, die Spezies der Backverrückten ist davon noch sehr viel stärker betroffen. Es juckt einem in den Fingern und wie von Zauberhand stehen auch schon alle Zutaten parat. Als ich dann auch noch von dem Lebkuchenhauscontest erfuhr, den der Kuchenbäcker zusammen mit Diamant Zucker ausrichtet, hatte ich also schon gedanklich meine ganzen Backutensilien bereitgelegt und eine genaue Vorstellung davon, wie mein Lebkuchenhaus auszusehen hatte.

Lebkuchenhaus3

Allerdings hast du, lieber Tobias, mich vielleicht auf eine Odyssee geschickt! Ich wohne mitten im Monopolgebiet von Südzucker. Das heißt, das ist so ziemlich die einzige Zuckermarke, die man hier findet. Ich finde das normalerweise auch sehr gut, weil ich  dafür bin, ortsansässige Firmen zu unterstützen. In diesem Fall war es jedoch etwas lästig, denn es musste ja Diamant Zucker in meinen Lebkuchenteig! Nachdem ich aber alle Lebensmittelläden im Umkreis abgeklappert hatte, bin ich endlich bei Kaufland fündig geworden. Liebe Schweinfurter, solltet ihr Diamant Zucker ausprobieren wollen … Ihr wisst Bescheid. 🙂

Dementsprechend kann ich auch nicht viel über die Sortenvielfalt von Diamant Zucker sagen. Ich habe nur den Zimtzucker und den Coffee Sugar im Laden entdeckt. Es hätte beides perfekt in den Lebkuchenteig gepasst. Letztendlich habe ich mich für den Kaffeezucker entschieden. Mit selbstgemachtem Rübensirup bildet er die Basis meines Lebkuchenteigs und verleiht ihm später eine schöne Farbe und eine verführerische karamellige Note.

680x185_Lebkuchenhaus-Diamant
Für den Bau des kleinen Eigenheims kann ich allerdings gleich etwas vorwegnehmen: Man braucht Zeit und davon reichlich! Ein Lebkuchenhaus ist nicht mal eben schnell zusammengebaut. Natürlich gibt es mittlerweile auch Fertigsets, die man im Supermarkt kaufen kann, aber es geht doch nichts über ein selbstgemachtes Unikat und so schwer ist es gar nicht.

Ich habe den Hausbau auf insgesamt 4 Tage verteilt. Dadurch konnte alles schön durchtrocknen und hält später länger.

Tag 1

Bevor es losgehen kann, müssen Schablonen für die einzelnen Bauteile des Hauses auf Karton aufgezeichnet und ausgeschnitten werden. Unbedingt Karton verwenden, kein Papier! Papier hält nichts aus und würde am rohen Teig kleben bleiben. Die Kartonschablonen halten auch noch beim mehrmaligen Gebrauch. Für die Fronten habe ich diese Ausstecher (12 x 20 cm) verwendet.

Vorlagen Lebkuchenhaus

Bei diesem Rezept müssen die Bauteile vor dem Backen ausgeschnitten werden, da der Teig nach dem Backen sehr hart wird. Dadurch ist das Häuschen allerdings auch super stabil. Ein weiterer Vorteil des Gleichausstechens: Es können wunderschöne Buntglasfenster hinein geschmolzen werden.

Lebkuchenhaus – Der Teig

Adaptiert von Lisbeths, der Teig reicht für ein Lebkuchenhaus

Das wird benötigt:
100 g Butter
200 g brauner Zucker (z.B. Coffee Sugar von Diamant Zucker)
250 ml Rübensirup
2 Eier
750 g Mehl
1 TL Backpulver
1 EL Lebkuchengewürz
1 EL Zimt gemahlen
1 TL Natron
2 Päckchen Bonbons (z.B. Em-Eukal Wildkirsche, Wick Blau)

Und so wird´s gemacht:
1) Butter, Zucker und Sirup in einem Topf auf niedriger Stufe unter Rühren erwärmen, bis sich alles aufgelöst und vermengt hat. Kurz abkühlen lassen.
2) Die trockenen Zutaten miteinander vermengen und die Sirupmasse hinzufügen. Mit einem Holzlöffel verrühren und auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Mit den Händen zu einem Teig verkneten und in Klarsichtfolie für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.
3) Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
4) Die Bonbons auspacken und in einem Gefrierbeutel mit einem Hammer hauchfein klopfen. Ich habe gute Erfahrung mit den in den Zutaten genannten Bonbons gemacht. Aber es können bestimmt auch andere Sorten verwendet werden. Sie müssen nur eine kräftige bunte Farbe haben. Zerstoßene Bonbons in verschiedenen Schüsselchen bereithalten.
5) Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit dem Ausstecher und den Schablonen zuschneiden. Vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ca. 10-15 Minuten backen.
6) Aus dem Ofen nehmen und mit einem kleinen Löffel den bunten Bonbonstaub einfüllen. Die Fenster-Aussparungen ruhig ordentlich voll machen, das Pulver schmilzt sehr weit zusammen. Weiterbacken, bis die Bonbons geschmolzen sind. Dann aus dem Ofen nehmen und gut auskühlen lassen. Alternativ zu den Buntglasfenstern können auch Gelantineplatten hinter die Fenster geklebt werden, wenn das Häuschen zusammengesetzt wird. Sie sind halt nicht so schön bunt. Vielleicht kann man sie ja mit Lebensmittelfarbe bemalen? Schickt mir gerne Bilder, falls ihr das ausprobieren solltet oder verlinkt mich auf Instagram. Ich würde mich freuen. 🙂

Lebkuchenhaus4

Tag 2

Nun geht´s ans Verzieren: Hier sind euch keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt euch nach Lust und Laune austoben. Das Verzieren genieße ich immer besonders. Es hat so etwas Beruhigendes und Erdendes, wie Yoga für Backfeen. Ich kann das stundenlang machen. Die Familie schüttelt schon verständnislos den Kopf, wo ich so viel Geduld hernehme. 😉

Ich habe neben grünen Zuckerperlen und kleinen goldenen Sternen auch noch goldenes Glitzerpulver für Lebensmittel verwendet. Die Dachplatten werden noch nicht eingedeckt,  sondern erst an Tag 4.

Royal Icing

Das wird benötigt:
1 Eiweiß
250 g Puderzucker

Und so wird´s gemacht:
1) Das Eiweiß aufschlagen und den Puderzucker rührend unterschlagen.
2) Die Masse sofort in vorbereitete Spritzbeutel füllen und die Enden zudrehen, da das Icing schnell austrocknet.

Ich habe außerdem noch den Zaun aus Salzstängchen gebaut. Dafür habe ich die Stängchen halbiert und die Hälften mit zwei ganzen Stängchen verbunden. Auch hier kommt das Royal Icing zum Einsatz.

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Tag 3

Heute wird das Haus zusammengesetzt. Dafür nochmals das Royal Icing herstellen. Die Kanten der Hausteile nacheinander bestreichen und die Bauteile aneinanderkleben. Wenn nötig die Wände mit Gläsern stützen.

Die Zaunstücke leicht mit Wasser benetzen und mit Goldpulver einstäuben.

Tag 4

Ich habe vor dem Fertigstellen noch eine kleine Lichterkette durch das Loch in der Bodenplatte in das Häuschen gelegt. Dadurch werden die hübschen Fenster ausgeleuchtet und das Lebkuchenhaus nochmal richtig in Szene gesetzt.

Aus einem Päckchen Fondant mit einem Plätzchenausstecher (bei mir war es eine kleine Raute aus einem Terrassen-Set) kleine Ziegel ausstechen. Diese mit Wasser an einer Seite benetzen und versetzt auf das Dach kleben.

Den Zaun anbringen und den Vorgarten dekorieren. Zuletzt  noch  feinen Puderzucker-Schnee rieseln lassen.

Lebkuchenhaus

Übrigens: Außer der Lichterkette im Inneren ist das komplette Haus essbar. Das Haus ist inklusive Vorgarten 36 cm lang, 28 cm breit und 20 cm hoch.

 

 

2 Kommentare zu „Mein Lebkuchenhaus und eine kleine Odyssee“

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