Back to the roots: Zuckerrübensirup

Meine Urgroßmutter hat ihren Sirup zum Süßen von Gebäck und Kaffee noch selbst hergestellt. Mein Opa erzählte mir mal, dass es dann im ganzen Haus süß geduftet und der Behälter mit dem dunklen Sirup immer in der Küche auf der Anrichte gestanden habe, bereit zu süßen Leckereien verarbeitet zu werden.
Ich stelle mir gerne vor, wie die zierliche blonde Frau am Herd steht und in den Töpfen rührt, während der kleine Junge wartend neben ihr steht, bis er etwas von dem Sirup naschen kann. Nostalgie pur!

Und diese Anekdote war auch ausschlaggebend dafür, dass ich Zuckerrübensirup selbst gekocht habe. Ich wollte wissen, wie meine Vorfahren früher gesüßt haben.
Ich wette, sie haben auf jeden Fall weniger süß gegessen. Denn es steckt schon eine ganze Menge Arbeit in dem Sirup!

Ich werde in der Adventszeit auf jeden Fall mit meinem selbst gekochten Sirup Plätzchen backen. Quasi als Praxistest für den Verbrauch. Also seid gespannt, was da noch kommen wird! 🙂 Das Rezept werde ich dann hier auch noch verlinken.

Eine Anleitung zum Selbermachen von Zuckerrübensirup. Mit diesem dunklen zähflüssigen Sirup haben unsere Vorfahren noch gesüßt.

Kleine Geschichte der Zuckerrübe

Der Grundstein für den süßen Sirup wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts gelegt. Damals wurde zum ersten mal der Zuckergehalt von gerade einmal 2% in einer Runkelrübe nachgewiesen. Heute, fast 200 Jahre später, beträgt der Zuckergehalt durch Züchtungen ungefähr 20%.

Aussehen und Geschmack von Zuckerrübensirup

Zuckerrübensirup ist zähflüssig & dunkelbraun. Im Vergleich zu Ahornsirup ist er jedoch dunkler und wesentlich zähflüssiger. Quasi eine Konsistenzstufe zwischen Ahornsirup und Honig. Er ist bei Zimmertemperatur noch schön streichzart, sodass er gut als süßer Aufstrich verwendet werden kann. Er schmeckt malzig-herb, noch leicht grün und süß. Ich liebe ihn wegen seiner leichten Karamellnote. (Karamell kommt auch dabei heraus, wenn man ihn zu sehr eindicken lässt. 😉 )

Inhaltsstoffe und Süßkraft

Das Schöne am Zuckerrübensirup als Aufstrich ist, dass er wirklich natürlich ist. Es sind keine Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker oder Stabilisatoren enthalten. Also eine wirklich tolle Alternative auf natürlicher Basis!
Neben Zucker enthält der Zuckerrübensirup unter anderem Eiweiß, Eisen, Magnesium, Kalium und Folsäure. Halt alles, was in der frischen Rübe so drin ist.
Die Süßkraft ist geringer als normaler Haushaltszucker.

Zuckerrübensirup

Aus insgesamt 5 kg Zuckerrüben habe ich 1 Liter Sirup hergestellt.
Ich habe viele Arbeitsschritte fotografiert. Wer mag, kann sich diese am Ende des Beitrags anschauen.

Das wird benötigt:
2 große Zuckerrüben (ca. 5 kg)
1,5 Liter Wasser

Und so wird´s gemacht:
1) Rüben bürsten und gründlich waschen.
2) Rüben halbieren und längs in Scheiben schneiden.
3) Scheiben schälen und in lange Streifen schneiden. (Die Dicke der Streifen anpassen an die Öffnung der Küchenmaschine.)
4) In der Küchenmaschine mit dem Durchlaufschnitzler-Aufsatz zerkleinern. (Ich habe diese Maschine von Bosch.)
5) Auf 2 große Töpfe verteilen und insgesamt 1,5 Liter Wasser zugeben.
6) Für 1 Stunde bei niedriger Hitze köcheln lassen. Am besten in der Nähe bleiben, es kocht leicht über!
7) Anschließend im Kochwasser 2 Stunden ziehen lassen.
8) Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, werden die weichgekochten Rübenschnitze mit einem alten Geschirrtuch gepresst und der Saft in einem Topf aufgefangen.
9) Den Saft so lange bei niedriger Hitze kochen, bis der Sirup ungefähr die Konsistenz von Ahornsirup hat. Der Sirup härtet noch etwas nach, wenn er auskühlt. Wenn ein Aufstrich entstehen soll, noch etwas mehr eindicken lassen. Je dickflüssiger der Sirup wird, desto mehr muss er gerührt werden, damit er nicht anbrennt!
10) Den fertigen Sirup in hübsche Schraubgläser füllen.

Die Arbeitsschritte in Bildern:

 

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